Der Ruf des Fuchses

Fortsetzung aus Nächtliche Begegnung

Nun stand ich also da auf der schneebedeckten Strasse und versuchte mir aus der Begegnung mit dem Fuchs einen Reim zu machen. In Gedanken versunken nahm ich die letzten Meter zu unserem Haus unter die Füsse und sehnte mich nach unserem warmen Kachelofen in der gemütlichen Stube. Im Kreise der Familie und umringt von glänzenden Kinderaugen, erzählte ich die Geschichte meiner nächtlichen Begegnung. Gespannt lauschten die Kinder meinen Worten und fielen schon bald in einen tiefen erholsamen Schlaf.

Mut zur Veränderung

In den darauf folgenden zwei Wochen konnte ich mich mit Erfolg bei einer Firma durch das erste und zweite Vorstellungsgespräch manövrieren. Bei den Interviews (5!), dem Case Study, der Präsentation und der anschliessenden Detailverhandlung des Vertrages verlief alles äusserst positiv. Das nun bevorstehende Wochenende sollte von beiden Parteien genutzt werden, um einen Entscheid zu fällen. Rationell hatte ich mich bereits entschieden und trug schon das Logo der Firma auf meiner „Stirn“. Alles schien zu passen und ich war über eine Anstellung der Firma gegenüber mir überzeugt. Ausstehend war nun noch mein emotionaler Entscheid und da vermittelte mir mein Bauchgefühl etwas anderes. Irgendwas war da noch. Zu jenem Zeitpunkt war das unbehagliche Gefühl in der Magengegend noch nicht greifbar.

Zwei Nächte mit unruhigem und leichtem Schlaf waren die Folge des vorangegangenen Freitags. Gereizt stand ich an jenem frühen Sonntag morgen sichtlich „neben den Schuhen“ auf. Ich hatte noch keine Klarheit erlangt in Bezug auf das Bauchgefühl und den emotionalen Entscheid des bevorstehenden Jobangebotes. Ein wenig „angefressen“ und unzufrieden über die Situation streifte ich mir früh morgens meine winterliche Montur über und trat anschliessend aus dem Haus hinaus in die winterliche Landschaft. Neuschnee, stahlblauer Himmel und die ersten Sonnenstrahlen winkten mir an diesem Sonntag morgen entgegen. Die eisige Kälte liess meinen Frust buchstäblich erfrieren. Nun war ich hellwach, meine Gedanken klar und mein Blick fokussiert. Bereit dem Bauchgefühl auf den Grund zu gehen.

Ein heiseres bellen riss mich aus meinen kreisenden Gedanken und lenkte meine Aufmerksamkeit auf den umliegenden Hügelzug. Durch meine innere Neugier und von dem Ruf des Fuchses angetrieben, stapfte ich durch den knie hohen Schnee den steilen Hügel hinauf dem Waldrand entgegen. Fortsetzung folgt…