Imbolc – Das Erwachen der Natur

Wenn zu Imbolc (1./2. Februar) noch Schnee und Frost über weiten Teilen des Landes liegen, dann hat in der Natur der Frühling bereits begonnen. Mit dem Februar beginnt nun die Zeit des Übergangs. Der Winter ist nun spürbar auf dem Rückzug und der Umschwung steht kurz vor der Tür.

Die Natur erwacht aus Ihrem tiefen Winterschlaf und die zunehmende Tageslänge bringt auch die Tierwelt in Schwung. Erste Vögel zwitschern Ihr Lied intensiver und künden die bevorstehende Wende an.

Schneeglöggli

Die Zeit der grossen Dunkelheit ist nun vorüber und die Säfte in den Bäumen und Pflanzen steigen aus dem Wurzelreich wieder bis zur Erdoberfläche auf und sind bereit jeden Augenblick ihre Lebenskraft voll zu entfalten. Vor dem endgültigen Durchbruch wird enstchieden, welche Äste stark genung sind um die Lebenskraft zu tragen. Frühlingsstürme fegen über die Natur hinweg und entfernen was nicht standhaft ist. Der Frühling ist nun nicht mehr fern.

Je nach Sonnenintensität und klimatischen Verhältnissen zeigen sich erste Knospen an den Bäumen. Blühende Haselsträucher, Weiden, Birken und die Farben der ersten Schneeglöckchen und Krokusse erfreuen unser Auge und erwärmen unser Herz.

Ausmisten und Platz schaffen für neues

Unsere eigene Lebenskraft erwacht nun langsam aus dem winterlichen Tiefschlaf und drängt nach oben. Schon bald beginnt wieder das aktive Leben. Neues braucht Platz, Zeit also sich erst einmal Klarheit über die Istsituation zu verschaffen und alle Karten auf den Tisch zu legen. Welche eigenen Ziele, Visionen und Projekte lohnen sich weiterhin zu verfolgen, welche sind aufzugeben und fallen zu lassen. Damit der Zündfunken für neue Ideen und Visonen springen kann braucht es Platz. Ein optimaler Zeitpunkt um sich von überfüssigem zu trennen, Dinge zu verschenken und auszumisten. Ausmisten heisst aber auch Abschied nehmen von überflüssigem, alten Gewohnheiten, Bequemlichkeiten.

Die Quelle der Ispiration aufsuchen und den eigenen Weg gehen

Lassen wir uns auf ausgedehnten Spaziergängen und Streifzügen durch die Natur von ihr inspirieren. Lauschen wir dem Wind und lassen unseren Gedanken freien lauf. Es ist an der Zeit sich zu überlegen, in welche Richtung die Kräfte gelenkt werden sollen. Stelle Dir die Frage was Dich erfüllt und glücklich macht. Bist Du glücklich? Was brauchst Du um glücklich zu werden? Ist es an der Zeit die eingeschlagene Richtung zu ändern oder etwas ganz neues zu beginnen? Hast Du eine Idee, eine Vision dessen, was Du erschaffen möchtest und den Mut die Veränderung hierzu einzuleiten?

An Imbolc ist es nun an der Zeit den Samen für Deine Vision, Deine Idee, Dein Projekt, Deine Ziele zu säen und Deine Kräfte in diese Richtung zu lenken. Die Lebenskraft der Natur kann Dich hier optimal bei Deinem Aufbruch zu neuen Ufern unterstützen.

Mut über den eigenen Schatten zu springen – Die Objektivität als Entscheidungsgrundlage

Im Alltag befinden wir uns immer wieder in Situationen, bei denen ein Entscheid gefällt werden muss und es sich lohnen würde, der eine oder andere davon aus einem anderen Blickwinkel durch einen Objektivitäten-Wechsel zu betrachten, zu analysieren und erst dann eine Entscheidung zu treffen. Aber welches ist die richtige und auf welchen Kriterien beruht sie? Nun dies hängt von unserer inneren Wertvorstellung, Moral, Ethik und dem Fundus an gesammelten Lebenserfahrungen ab.

Die Würfel der Objektivität

Vielfach sind wir gerade vor einer wichtigen Entscheidung stehend, viel zu nahe am Geschehenen. Wir sehen den Wald vor lauten Bäumen nicht mehr. In Anbetracht eines verlockenden Angebotes entscheiden wir zwar im ersten Moment gefühlsmässig richtig, aber im nachhinein betrachtet, haben wir vielleicht sogar gegen unsere eigenen Wertvorstellungen, Moral oder sogar gegen unsere Ethik entschieden. Vielleicht basierte der Entscheid aus einer Verdrängungstaktik heraus um einer möglichen Konfrontation mit einer unserer inneren Ängsten auszuweichen oder um ein Bedürfnis zu befriedigen, ohne dass wir dieses genauer kennen. Nun arrangierst Du Dich, mit dem aus der anderen Warte betrachteten Fehlentscheid und gibst Dich der Situation hin; gerätst vielleicht in einen Strudel welcher in einer tiefen Depression enden könnte oder dein Wertesystem ruft eine Rebellion aus, da die Situation oder der Entscheid welcher dich hineingeführt hat sich mit deinen eigenen inneren Werten und Ethik nicht vereinbar sind. Dies kann zuweilen bis zur eigenen Selbstzerstörung führen. Der Wehr holt ohne Rücksicht auf Verluste zum Kahlschlag aus und verteidigt die Ungerechtigkeit anhand der Moralvorstellungen und Ethik des eigenen Wertesystems.

Zur Verdeutlichung können wir uns folgendes Szenario vorstellen:

Du bist auf der Suche nach einer neuen Herausforderung in der Arbeitswelt und bist es gewohnt über den Tellerrand hinaus zu denken, liebst die im beruflichen Rahmen gesetzten Freiheiten. Bei festgefahrenen Prozessen lieferst Du Ideen und Konzepte um diese wieder in Gang zu bringen und hälst nichts von alten Zöpfen.

Anhand eines Inserates bewirbst Du Dich auf eine Stellenausschreibung, welches Deine Neugierde und Interesse geweckt haben. Detaillierte Information der Firma sind schwierig zu beschaffen. Eine Zweckmässige eingerichtete Webseite ist im Web aufrufbar, liefert aber keine detaillierten Angaben über Firmengrösse, Vertriebswege etc. Im Download-bereich der Webseite findet sich eine Imagebroschüre. Die deutschsprachige Version lässt sich herunterladen aber nicht öffnen, da diese defekt ist. Eine  englische Version lässt sich herunterladen und öffnen. Der Kanal der Sozialen Medien wird nicht genutzt. Vereinzelt lassen sich Mitarbeiter ausfindig machen, welche sich bedeckt und anonymisiert ausgeben. Du entschliesst Dich, die Bewerbungsunterlagen dennoch einzureichen, da Dich das Aufgabengebiet reizt und genau auf Dich zugeschnitten wäre. Die Firma wurde in den 1920er Jahren als traditionelles Familienunternehmen gegründet und zählt heute rund 270 Mitarbeiter. Du gest davon aus, dass bei der Anzahl Mitarbeiter sich ebenfalls eine gesunde Führungsstruktur entwickelt hat. Nach einer Woche wirst Du zu einem ersten Vorstellungsgespräch eingeladen, wobei sich anstelle der Human Ressource Abteilung, jemand vom Empfang bei Dir meldet und einen Vorstellungstermin vereinbart.

Du begibst Dich nun auf den Weg und hast Dich mit bestem Wissen und Gewissen auf das bevorstehende Interview anhand der verfügbaren Informationen vorbereitet. Vorort findest Du folgende Gegebenheiten, welche einen ersten Eindruck hinterlassen:

  • Verwaltungsgebäude und Produktionshallen erwecken von aussen einen altmodischen Eindruck und sind auf ein absolutes Minimum an Pflege reduziert.
  • Der Empfang im Verwaltungsgebäude gleicht einem kleinen Bunker
  • Korridore erweisen sich als eng, verwinkelt und dunkel
  • Die Wände im Meetingraum haben auch schon bessere Zeiten gesehen (vergilbt und rissig)
  • Der Teppich weist unübersehbare Flecken auf.
  • Der Gesprächspartner ist unpünktlich und lässt vom vereinbarten Zeitpunkt fünf Minuten verstreichen
  • Rechtfertigungen eröffnen das Gespräch (Habe Sie nicht gesehen, habe angenommen Sie wären draussen am rauchen etc.)

Das Gespräch nimmt nun seinen patriarchalisch vorgespurten Verlauf und mit eigens gezielten gestellten Zwischenfragen, platzt eine Blase nach der anderen. Erste zweifelnde Gedanken breiten sich aus. Das Interview stellt sich nicht als gegenseitiges Beschnuppern und Kennenlernen aus, sondern erweist sich an ein Verhör anlehnenden Dialog. Die Art und Weise des Verlaufes erwecken das Gefühl, dass die eingereichten Bewerbungsunterlagen vorab nur sehr oberflächlich Geprüft wurden. Vielleicht von der Empfangsdame? Belehrend und zurechtweisend nimmt das Gespräch seinen Lauf. Vorhandene Fakten und Informationen werden im Gespräch laufend korrigiert. Beispielsweise zählt die Firma heute 80 Mitarbeitende und die internationale Ausrichtung spiegelt sich im lokalen Markt wieder. Der Verlauf drängt sich immer mehr in Richtung „sich in die Ecke gedrängt fühlen“.  In dieser Situation bietet sich nun eine Möglichkeiten an, mit einem gezielten Objektivitäten-Wechsel, den Blickwinkel in einem parallel verlaufenden Timeout neu zu betrachten und aus dem patriarchalischem Gesprächsrahmen auszubrechen. Was läuft hier gerade ab?

  • Patriarchalisch geführtes Familienunternehmen in der dritten Generation
  • Vernachlässigte und ungepflegte Gebäude
  • Eine Bastion von einem Verwaltungsgebäude
  • Was will hier geschützt oder verteidigt werden?
  • Verstösse gegen Grundsätze der Gesprächsführung
  • Keine weiteren Begleitpersonen im Interview Gespräch
  • Der Patron nimmt den ganzen Raum ein (Macht)
  • Gesprächsverlauf im Verhörstil, verläuft nicht auf Augenhöhe
  • Welches ist mein Beitrag in dieser Unternehmung?
  • Welche Entfaltungsmöglichkeiten bieten sich hier an
  • Wie kann ich diese unter den vorherrschenden Umständen gewinnbringend einsetzen
  • Die eigenen inneren Werte (innerer Stolz, Ehre, Ethik und Moral) werden mit Füssen getreten
  • Wie fühle ich mich dabei?Ist das mit meinen eigenen Werten vereinbar?

Die Gedanken drehen sich nun im Kreise und die Situation erfordert einen Entscheid, welchen Weg an der Gabelung  eingeschlagen werden soll. Die beiden Wegweiser haben anhand des Objektivitäten-Wechsels folgende Richtungen: Weg der Fremdbestimmung und Weg der Selbstbestimmung.

Wegweiser der Bestimmung

Beleuchten wir doch kurz die beiden zukunftsweisenden Wege und deren Folgen anhand des inneren Wertesystems und ihrer zu Grunde liegenden Ethik an unserem Szenario.

Eine totale Unterwerfung bei der Wahl des Fremdbestimmten Weges hättet eine Verleugnung und den Verrat der eigenen inneren Werte zur Folge und steht in Widerspruch mit der eigenen Haltung und Ethik. Das einschlagen und wandern auf dem fremdbestimmten Weg der Unterwerfung kann über kurz oder lang zu einem Entzug von Grund und Bodens des eigenen Selbstwertes führen und in einer tiefen Depression oder in einer ausgerufenen Rebellion Enden. Der innere Wehr triebe ohne Rücksicht auf Verluste direkt in die Selbstzerstörung.

Die Wahl des Selbstbestimmten Weges führt zu einem direkten Gesprächsabbruch aus der vorherrschenden Situation und wahrt die Souveränität der eigenen inneren Werte. Der aufkommende innere Stolz trägt zur eigenen Anerkennung bei, setzt Akzente der Selbstachtung und nährt den Selbstwert. Hier lässt die eigene Ethik eine Unterwerfung nicht zu. Ein Entscheid den Weg der Selbstbestimmung zu gehen erfordert  Mut über den eigenen Schatten springen zu können und unseren inneren Ängsten von Angesicht zu Angesicht direkt in die Augen zu schauen.

Zurückversetzt in den patriarchalischen Gesprächsrahmen des Interviews ergibt sich nun eine passende Möglichkeit den Patriarchen zu unterbrechen und ihm verstehen zu geben, dass jegliche Weiterführung des Gespräches aus dem jetzigen Standpunkt keinen Sinn mehr ergeben würde und es begrüsst werden würde dieses abzubrechen. Anhand der neuen Informationslage, welche vom Stelleninserat und der Imagebroschüre abweichen und den aktualisierten Aufgabengebiet, würde keiner miteinander glücklich werden. Mit fragendem Blick in den Augen und verstreichenden Sekunden, fängt die angespannte Ruhe im Raum förmlich an zu knistern. Nachdenklich nickt der Patriarch mit dem Kopf und wiederholt die im Gesprächsrahmen stehende Aussage. Die Machtverhältnisse wurden in diesem Moment neu verteilt.

Da das Gespräch nicht mehr fortgesetzt wird, kannst Du Dich nun verabschieden. Nach nur 20 Minuten hast Du die Firma bereits wieder verlassen und stehst vor der Tür, steigst in Deinen Wagen ein und lässt die Begegnung nochmals Revue passieren.

Ausser Spesen nichts gewesen?

Auf der Fährte des Fuchses

Fortsetzung aus Der Ruf des Fuchses

Völlig ausser Atem erreichte ich in Gedanken kreisend, den auf dem Hügel gelegenen Waldrand. Ich setzte mich in den Schnee und genoss das vor mir liegende Panorama mit Sicht auf den Säntis. Den Blick liess ich frei über die glitzernde Schneedecke wandern und blieb an einem Spurverlauf im Schnee buchstäblich kleben. Durch meine Neugierde angetrieben erhob ich mich aus meinem gemütlichen Schneesitz und machte mich in Richtung der Spur auf. Beim genauen betrachten der Abdrücke im Schnee, erkannte ich eine Fuchsfährte.

Fuchsfährte

Ich folgte der Fährte des Fuchses über weite Felder und Hügel bis zu einer kleinen Anhöhe. Hinter der Kuppe war die Krone eines Baumes zu erkennen. Ich folgte der Fährte weiter, welche geradewegs auf den Baum zu führte. Nun stand ich auf einem kleinen Plateau vor dem Baum. Seitlich angelehnt an den Baumstamm ein leerer Brunnentrog. Ich setzte mich auf den Rand des Brunnens und lehnte mich an den Baumstamm der Esche und dachte nach, sehr lange nach. Ein gurgelndes Geräusch holte mich aus meinen kreisenden Gedanken zurück. Mein Blick richtete sich wieder auf das Ende des Brunnens und der Fuchsfährte. Erst jetzt fiel mir auf, dass der Fuchs wohl auf der Suche nach Wasser gewesen sein musste. Der Schnee am Ende des Brunnens war weggescharrt und gab den Blick frei auf die Wasserzuführung des Brunnens. In diesem Augenblick assoziierte ich das Quellwasser des Brunnens mit tiefgründiger Klarheit. Ich war ja auf der Suche nach Klarheit für meine Entscheidung.

Ich legte mich in den trockenen Brunnentrog und auf einer schamanischen Reise stieg ich tief in den Brunnen hinab auf dem Weg zum Quellenursprung. Ich folgte dem Wasserlauf weit in den Hügel hinein bis in einer kleinen Kaverne gelegenen See. Mit der Erlaubnis des Quellenwächters tauchte ich in das glasklare Wasser ein um Klarheit zu erlangen.

Die Ringe auf der Wasseroberfläche flachten langsam ab und das Wasser wurde klar. Ich stand nun seitlich schräg hinter einem Mann mit gebeugtem nacktem Oberkörper. Er sass an einem kleinen Schreibtisch und kritzelte seine Unterschrift auf einen  Vertrag auf welchem das Logo der Firma deutlich ersichtlich war. Nachdem er den Vertrag unterschrieben hatte, bildete sich auf seinem  Rücken ein kleiner schwarzer Punkt. Beim genaueren betrachten erwies sich der schwarze Punkt als eine kleine Zecke. Es wurden nun immer mehr Punkte, bis der ganze Rücken davon übersäht war. Die Zecken wurden immer grösser und saugten den Mann komplett aus. Ausgelaugt und verschrumpelt fiel dieser seitlich vom Stuhl. Es schien als wollte er mir noch etwas mit seinem letzten Atemzug sagen, doch daraus wurde nichts. Ausgehaucht lag sein Körper auf dem kahlen, kalten Boden und zerfiel zu Asche und Staub. Das Bild wurde nun immer verschwommener, bis schliesslich nur noch Ringe auf der Wasseroberfläche wahrnehmbar waren.

Ich bedankte mich bei dem Wächter der Quelle und machte mich wieder auf den Weg zurück zum Brunnentrog. Im Jetzt angekommen, richtete ich meinen Oberkörper auf und setzte mich auf den Rand des Brunnens. Angelehnt an den Stamm der Esche, fällte ich anhand der gewonnen Erkenntnis meinen emotionalen Entscheid. Ich würde Morgen das noch so verlockenden Angebot der Firma ausschlagen.

Hungrig und erleichtert über den gefällten Entscheid und ohne jeglichen Zweifel, machte ich mich auf den Rückweg zu unserem tief verschneiten Haus. Heiter und gut gelaunt öffnete ich die Tür unseres Hauses und rief: „Ich habe mich entschieden…“

Der Ruf des Fuchses

Fortsetzung aus Nächtliche Begegnung

Nun stand ich also da auf der schneebedeckten Strasse und versuchte mir aus der Begegnung mit dem Fuchs einen Reim zu machen. In Gedanken versunken nahm ich die letzten Meter zu unserem Haus unter die Füsse und sehnte mich nach unserem warmen Kachelofen in der gemütlichen Stube. Im Kreise der Familie und umringt von glänzenden Kinderaugen, erzählte ich die Geschichte meiner nächtlichen Begegnung. Gespannt lauschten die Kinder meinen Worten und fielen schon bald in einen tiefen erholsamen Schlaf.

Mut zur Veränderung

In den darauf folgenden zwei Wochen konnte ich mich mit Erfolg bei einer Firma durch das erste und zweite Vorstellungsgespräch manövrieren. Bei den Interviews (5!), dem Case Study, der Präsentation und der anschliessenden Detailverhandlung des Vertrages verlief alles äusserst positiv. Das nun bevorstehende Wochenende sollte von beiden Parteien genutzt werden, um einen Entscheid zu fällen. Rationell hatte ich mich bereits entschieden und trug schon das Logo der Firma auf meiner „Stirn“. Alles schien zu passen und ich war über eine Anstellung der Firma gegenüber mir überzeugt. Ausstehend war nun noch mein emotionaler Entscheid und da vermittelte mir mein Bauchgefühl etwas anderes. Irgendwas war da noch. Zu jenem Zeitpunkt war das unbehagliche Gefühl in der Magengegend noch nicht greifbar.

Zwei Nächte mit unruhigem und leichtem Schlaf waren die Folge des vorangegangenen Freitags. Gereizt stand ich an jenem frühen Sonntag morgen sichtlich „neben den Schuhen“ auf. Ich hatte noch keine Klarheit erlangt in Bezug auf das Bauchgefühl und den emotionalen Entscheid des bevorstehenden Jobangebotes. Ein wenig „angefressen“ und unzufrieden über die Situation streifte ich mir früh morgens meine winterliche Montur über und trat anschliessend aus dem Haus hinaus in die winterliche Landschaft. Neuschnee, stahlblauer Himmel und die ersten Sonnenstrahlen winkten mir an diesem Sonntag morgen entgegen. Die eisige Kälte liess meinen Frust buchstäblich erfrieren. Nun war ich hellwach, meine Gedanken klar und mein Blick fokussiert. Bereit dem Bauchgefühl auf den Grund zu gehen.

Ein heiseres bellen riss mich aus meinen kreisenden Gedanken und lenkte meine Aufmerksamkeit auf den umliegenden Hügelzug. Durch meine innere Neugier und von dem Ruf des Fuchses angetrieben, stapfte ich durch den knie hohen Schnee den steilen Hügel hinauf dem Waldrand entgegen. Fortsetzung folgt…

Nächtliche Begegnung

Eine dicke Schneedecke liegt noch immer über den Appenzeller Hügeln und sternenklare Nächte lassen das Thermometer weit unter den Gefrierpunkt sinken. Der Mond lässt die hügelige Landschaft, umsäumt von tiefschwarzen Waldkonturen, in eine surreale Kulisse tauchen.

Appenzeller Winterlandschaft

Es ist schon spät als ich den Nachhauseweg antrete und mit dem Wagen den schmalen Strassen folge. Die Zufahrtstrasse zu unserem Haus, stellt sich in einer Haarnadelkurve immer wieder von neuem als eine besondere Herausforderung dar. Die Stelle ist meist spiegelglatt und die enge Kurve weist eine leichte Neigung auf. So lasse ich meinen Wagen weit vor dieser Kurve an einer geeigneten Stelle zurück und lege den Rest des ca. 2 km langen Weges zu Fuss zurück.

Die Stille wird von einem dumpfen bellen eins Hundes des nahe liegenden Hofes unterbrochen. Dann wieder absolute Stille. Im gleichmässigen Schritt schreite ich auf der schneebedeckten Strasse voran. Die eisige Luft sticht in meinen Lungen wie Nadeln und ich spüre jeden einzelnen Pulsschlag. Durch die gleichmässige Bewegung, breitet sich eine wohlige Wärme in meinem Körper aus. Von Zeit zu Zeit halte ich Inne, lasse meinen Blick über die Hügel schweifen und blicke zum Sternenhimmel empor. Atemberaubend, wie Diamanten glänzend, funkeln die Sterne am schwarzen Himmelszelt. Ich geniesse jeden einzelnen Augenblick in dieser unwirtlichen Umgebung.

In dieser absoluten Ruhe und Einsamkeit haben die Gedanken genügend Platz ihren Raum einzunehmen. Vor einer wichtigen Entscheidung stehend, wäge ich alle Vor- und Nachteile ab. In Gedanken versunken, nehme ich in meinem rechten Augenwinkel eine hastige Bewegung wahr, welche mich aus meinem drehenden Gedankengebilde heraus reisst. Langsam drehe ich den Kopf in dieselbe Richtung. Mein Blick wandert über das vor mir liegende, schneebedeckte und weitläufige hüglige Feld. Da ist die Bewegung wieder. Im Mondlicht nehme ich die Verfolgung des bewegenden Schattens wieder auf. Dieser bewegt sich geradewegs auf mich zu, hält ab und an inne und beobachtet das nähere Umfeld. Der Umriss formt sich und die Kontur wird nun immer klarer. Zwei Meter vor mir bleibt das Tier stehen und hält die Nase in meine Richtung, mustert mich und schaut mir tief in die Augen. Es ist ein Fuchs. Ein berührender Moment so nah an einem Tier zu stehen, welches immer dann meinen Weg kreuzt, wenn eine wichtige Veränderung ansteht.

Fuchs als Zeichen der bevorstehenden Veränderung

Während ich meinem Gedanken nachhänge um mir in Bezug auf die anstehende Entscheidung und der Begegnung mit dem Fuchs einen Reim zu machen, trottet dieser davon und geht seines eigenen Weges.

An diesem Abend konnte ich noch nicht im geringsten Ahnen, dass die in den nächsten Tagen zu fällende Entscheidung, jeglicher Logik und rationalem Verstand widersprechen würde. Fortsetzung folgt…

Yul – Die längste Nacht im Sonnenjahr

Erst am späten Morgen wird es nun allmählich hell und die Nacht bricht bereits am Nachmittag wieder über den Tag herein. Die Kräfte der Natur ziehen sich tief in die Dunkelheit der Erde zurück. Auch wir schalten in dieser dunklen Zeit ein bis zwei Gänge im Alltag herunter um wie die Natur zur Ruhe zu kommen. Wir nehmen uns die Zeit und tun uns etwas Gutes das Freude macht und Entspannt. Genüsslich zehren wir von der eingefahren Ernte zu Mabon am warmen Kachelofen in der Stube. Sie ist nun Labsal in dieser dunklen Zeit.

Schamanenfeuer's Yul-Fest

Am 21. Dezember hat nun die Sonne ihren tiefsten Stand erreicht. Das Rad der Sonne scheint an ihrem Wendepunkt des Sonnenjahres still zu stehen. Symbolisch löschen wir alle entfachten Feuer und entzünden im Kreise der Sippe das „Erdfeuer“. Begleitet mit feurigen Trommelrhythmen, mystischen Klängen und Gesägen weisen wir der Sonne während der längsten und dunkelsten Nacht den Weg zurück auf ihre aufsteigende Bahn.

Schamanenfeuer's Yul-Trommeln

Vertrauensvoll säen wir die Saat unserer Projekte, Ideen, Ziele und Träume für das kommende Jahr in den Boden hinein, um zu gegebener Zeit ( zu Imbolc) neu mit den Kräften und den Säften der Natur aus dem Boden spriessen und wachsen zu lassen. Alle Projekte, Ideen, Träume und Ziele welche wir nicht weiter verfolgen wollen, lassen wir durch die starken böigen Westwinde des Dezembers wegfegen.

Wir entzünden mit der Glut des entfachten Erdfeuers die Herde und Öfen in unseren Häusern neu.

Das Feuer ins Haus bringen