Imbolc – Das Erwachen der Natur

Wenn zu Imbolc (1./2. Februar) noch Schnee und Frost über weiten Teilen des Landes liegen, dann hat in der Natur der Frühling bereits begonnen. Mit dem Februar beginnt nun die Zeit des Übergangs. Der Winter ist nun spürbar auf dem Rückzug und der Umschwung steht kurz vor der Tür.

Die Natur erwacht aus Ihrem tiefen Winterschlaf und die zunehmende Tageslänge bringt auch die Tierwelt in Schwung. Erste Vögel zwitschern Ihr Lied intensiver und künden die bevorstehende Wende an.

Schneeglöggli

Die Zeit der grossen Dunkelheit ist nun vorüber und die Säfte in den Bäumen und Pflanzen steigen aus dem Wurzelreich wieder bis zur Erdoberfläche auf und sind bereit jeden Augenblick ihre Lebenskraft voll zu entfalten. Vor dem endgültigen Durchbruch wird enstchieden, welche Äste stark genung sind um die Lebenskraft zu tragen. Frühlingsstürme fegen über die Natur hinweg und entfernen was nicht standhaft ist. Der Frühling ist nun nicht mehr fern.

Je nach Sonnenintensität und klimatischen Verhältnissen zeigen sich erste Knospen an den Bäumen. Blühende Haselsträucher, Weiden, Birken und die Farben der ersten Schneeglöckchen und Krokusse erfreuen unser Auge und erwärmen unser Herz.

Ausmisten und Platz schaffen für neues

Unsere eigene Lebenskraft erwacht nun langsam aus dem winterlichen Tiefschlaf und drängt nach oben. Schon bald beginnt wieder das aktive Leben. Neues braucht Platz, Zeit also sich erst einmal Klarheit über die Istsituation zu verschaffen und alle Karten auf den Tisch zu legen. Welche eigenen Ziele, Visionen und Projekte lohnen sich weiterhin zu verfolgen, welche sind aufzugeben und fallen zu lassen. Damit der Zündfunken für neue Ideen und Visonen springen kann braucht es Platz. Ein optimaler Zeitpunkt um sich von überfüssigem zu trennen, Dinge zu verschenken und auszumisten. Ausmisten heisst aber auch Abschied nehmen von überflüssigem, alten Gewohnheiten, Bequemlichkeiten.

Die Quelle der Ispiration aufsuchen und den eigenen Weg gehen

Lassen wir uns auf ausgedehnten Spaziergängen und Streifzügen durch die Natur von ihr inspirieren. Lauschen wir dem Wind und lassen unseren Gedanken freien lauf. Es ist an der Zeit sich zu überlegen, in welche Richtung die Kräfte gelenkt werden sollen. Stelle Dir die Frage was Dich erfüllt und glücklich macht. Bist Du glücklich? Was brauchst Du um glücklich zu werden? Ist es an der Zeit die eingeschlagene Richtung zu ändern oder etwas ganz neues zu beginnen? Hast Du eine Idee, eine Vision dessen, was Du erschaffen möchtest und den Mut die Veränderung hierzu einzuleiten?

An Imbolc ist es nun an der Zeit den Samen für Deine Vision, Deine Idee, Dein Projekt, Deine Ziele zu säen und Deine Kräfte in diese Richtung zu lenken. Die Lebenskraft der Natur kann Dich hier optimal bei Deinem Aufbruch zu neuen Ufern unterstützen.

Auf der Fährte des Fuchses

Fortsetzung aus Der Ruf des Fuchses

Völlig ausser Atem erreichte ich in Gedanken kreisend, den auf dem Hügel gelegenen Waldrand. Ich setzte mich in den Schnee und genoss das vor mir liegende Panorama mit Sicht auf den Säntis. Den Blick liess ich frei über die glitzernde Schneedecke wandern und blieb an einem Spurverlauf im Schnee buchstäblich kleben. Durch meine Neugierde angetrieben erhob ich mich aus meinem gemütlichen Schneesitz und machte mich in Richtung der Spur auf. Beim genauen betrachten der Abdrücke im Schnee, erkannte ich eine Fuchsfährte.

Fuchsfährte

Ich folgte der Fährte des Fuchses über weite Felder und Hügel bis zu einer kleinen Anhöhe. Hinter der Kuppe war die Krone eines Baumes zu erkennen. Ich folgte der Fährte weiter, welche geradewegs auf den Baum zu führte. Nun stand ich auf einem kleinen Plateau vor dem Baum. Seitlich angelehnt an den Baumstamm ein leerer Brunnentrog. Ich setzte mich auf den Rand des Brunnens und lehnte mich an den Baumstamm der Esche und dachte nach, sehr lange nach. Ein gurgelndes Geräusch holte mich aus meinen kreisenden Gedanken zurück. Mein Blick richtete sich wieder auf das Ende des Brunnens und der Fuchsfährte. Erst jetzt fiel mir auf, dass der Fuchs wohl auf der Suche nach Wasser gewesen sein musste. Der Schnee am Ende des Brunnens war weggescharrt und gab den Blick frei auf die Wasserzuführung des Brunnens. In diesem Augenblick assoziierte ich das Quellwasser des Brunnens mit tiefgründiger Klarheit. Ich war ja auf der Suche nach Klarheit für meine Entscheidung.

Ich legte mich in den trockenen Brunnentrog und auf einer schamanischen Reise stieg ich tief in den Brunnen hinab auf dem Weg zum Quellenursprung. Ich folgte dem Wasserlauf weit in den Hügel hinein bis in einer kleinen Kaverne gelegenen See. Mit der Erlaubnis des Quellenwächters tauchte ich in das glasklare Wasser ein um Klarheit zu erlangen.

Die Ringe auf der Wasseroberfläche flachten langsam ab und das Wasser wurde klar. Ich stand nun seitlich schräg hinter einem Mann mit gebeugtem nacktem Oberkörper. Er sass an einem kleinen Schreibtisch und kritzelte seine Unterschrift auf einen  Vertrag auf welchem das Logo der Firma deutlich ersichtlich war. Nachdem er den Vertrag unterschrieben hatte, bildete sich auf seinem  Rücken ein kleiner schwarzer Punkt. Beim genaueren betrachten erwies sich der schwarze Punkt als eine kleine Zecke. Es wurden nun immer mehr Punkte, bis der ganze Rücken davon übersäht war. Die Zecken wurden immer grösser und saugten den Mann komplett aus. Ausgelaugt und verschrumpelt fiel dieser seitlich vom Stuhl. Es schien als wollte er mir noch etwas mit seinem letzten Atemzug sagen, doch daraus wurde nichts. Ausgehaucht lag sein Körper auf dem kahlen, kalten Boden und zerfiel zu Asche und Staub. Das Bild wurde nun immer verschwommener, bis schliesslich nur noch Ringe auf der Wasseroberfläche wahrnehmbar waren.

Ich bedankte mich bei dem Wächter der Quelle und machte mich wieder auf den Weg zurück zum Brunnentrog. Im Jetzt angekommen, richtete ich meinen Oberkörper auf und setzte mich auf den Rand des Brunnens. Angelehnt an den Stamm der Esche, fällte ich anhand der gewonnen Erkenntnis meinen emotionalen Entscheid. Ich würde Morgen das noch so verlockenden Angebot der Firma ausschlagen.

Hungrig und erleichtert über den gefällten Entscheid und ohne jeglichen Zweifel, machte ich mich auf den Rückweg zu unserem tief verschneiten Haus. Heiter und gut gelaunt öffnete ich die Tür unseres Hauses und rief: „Ich habe mich entschieden…“

Der Ruf des Fuchses

Fortsetzung aus Nächtliche Begegnung

Nun stand ich also da auf der schneebedeckten Strasse und versuchte mir aus der Begegnung mit dem Fuchs einen Reim zu machen. In Gedanken versunken nahm ich die letzten Meter zu unserem Haus unter die Füsse und sehnte mich nach unserem warmen Kachelofen in der gemütlichen Stube. Im Kreise der Familie und umringt von glänzenden Kinderaugen, erzählte ich die Geschichte meiner nächtlichen Begegnung. Gespannt lauschten die Kinder meinen Worten und fielen schon bald in einen tiefen erholsamen Schlaf.

Mut zur Veränderung

In den darauf folgenden zwei Wochen konnte ich mich mit Erfolg bei einer Firma durch das erste und zweite Vorstellungsgespräch manövrieren. Bei den Interviews (5!), dem Case Study, der Präsentation und der anschliessenden Detailverhandlung des Vertrages verlief alles äusserst positiv. Das nun bevorstehende Wochenende sollte von beiden Parteien genutzt werden, um einen Entscheid zu fällen. Rationell hatte ich mich bereits entschieden und trug schon das Logo der Firma auf meiner „Stirn“. Alles schien zu passen und ich war über eine Anstellung der Firma gegenüber mir überzeugt. Ausstehend war nun noch mein emotionaler Entscheid und da vermittelte mir mein Bauchgefühl etwas anderes. Irgendwas war da noch. Zu jenem Zeitpunkt war das unbehagliche Gefühl in der Magengegend noch nicht greifbar.

Zwei Nächte mit unruhigem und leichtem Schlaf waren die Folge des vorangegangenen Freitags. Gereizt stand ich an jenem frühen Sonntag morgen sichtlich „neben den Schuhen“ auf. Ich hatte noch keine Klarheit erlangt in Bezug auf das Bauchgefühl und den emotionalen Entscheid des bevorstehenden Jobangebotes. Ein wenig „angefressen“ und unzufrieden über die Situation streifte ich mir früh morgens meine winterliche Montur über und trat anschliessend aus dem Haus hinaus in die winterliche Landschaft. Neuschnee, stahlblauer Himmel und die ersten Sonnenstrahlen winkten mir an diesem Sonntag morgen entgegen. Die eisige Kälte liess meinen Frust buchstäblich erfrieren. Nun war ich hellwach, meine Gedanken klar und mein Blick fokussiert. Bereit dem Bauchgefühl auf den Grund zu gehen.

Ein heiseres bellen riss mich aus meinen kreisenden Gedanken und lenkte meine Aufmerksamkeit auf den umliegenden Hügelzug. Durch meine innere Neugier und von dem Ruf des Fuchses angetrieben, stapfte ich durch den knie hohen Schnee den steilen Hügel hinauf dem Waldrand entgegen. Fortsetzung folgt…

Nächtliche Begegnung

Eine dicke Schneedecke liegt noch immer über den Appenzeller Hügeln und sternenklare Nächte lassen das Thermometer weit unter den Gefrierpunkt sinken. Der Mond lässt die hügelige Landschaft, umsäumt von tiefschwarzen Waldkonturen, in eine surreale Kulisse tauchen.

Appenzeller Winterlandschaft

Es ist schon spät als ich den Nachhauseweg antrete und mit dem Wagen den schmalen Strassen folge. Die Zufahrtstrasse zu unserem Haus, stellt sich in einer Haarnadelkurve immer wieder von neuem als eine besondere Herausforderung dar. Die Stelle ist meist spiegelglatt und die enge Kurve weist eine leichte Neigung auf. So lasse ich meinen Wagen weit vor dieser Kurve an einer geeigneten Stelle zurück und lege den Rest des ca. 2 km langen Weges zu Fuss zurück.

Die Stille wird von einem dumpfen bellen eins Hundes des nahe liegenden Hofes unterbrochen. Dann wieder absolute Stille. Im gleichmässigen Schritt schreite ich auf der schneebedeckten Strasse voran. Die eisige Luft sticht in meinen Lungen wie Nadeln und ich spüre jeden einzelnen Pulsschlag. Durch die gleichmässige Bewegung, breitet sich eine wohlige Wärme in meinem Körper aus. Von Zeit zu Zeit halte ich Inne, lasse meinen Blick über die Hügel schweifen und blicke zum Sternenhimmel empor. Atemberaubend, wie Diamanten glänzend, funkeln die Sterne am schwarzen Himmelszelt. Ich geniesse jeden einzelnen Augenblick in dieser unwirtlichen Umgebung.

In dieser absoluten Ruhe und Einsamkeit haben die Gedanken genügend Platz ihren Raum einzunehmen. Vor einer wichtigen Entscheidung stehend, wäge ich alle Vor- und Nachteile ab. In Gedanken versunken, nehme ich in meinem rechten Augenwinkel eine hastige Bewegung wahr, welche mich aus meinem drehenden Gedankengebilde heraus reisst. Langsam drehe ich den Kopf in dieselbe Richtung. Mein Blick wandert über das vor mir liegende, schneebedeckte und weitläufige hüglige Feld. Da ist die Bewegung wieder. Im Mondlicht nehme ich die Verfolgung des bewegenden Schattens wieder auf. Dieser bewegt sich geradewegs auf mich zu, hält ab und an inne und beobachtet das nähere Umfeld. Der Umriss formt sich und die Kontur wird nun immer klarer. Zwei Meter vor mir bleibt das Tier stehen und hält die Nase in meine Richtung, mustert mich und schaut mir tief in die Augen. Es ist ein Fuchs. Ein berührender Moment so nah an einem Tier zu stehen, welches immer dann meinen Weg kreuzt, wenn eine wichtige Veränderung ansteht.

Fuchs als Zeichen der bevorstehenden Veränderung

Während ich meinem Gedanken nachhänge um mir in Bezug auf die anstehende Entscheidung und der Begegnung mit dem Fuchs einen Reim zu machen, trottet dieser davon und geht seines eigenen Weges.

An diesem Abend konnte ich noch nicht im geringsten Ahnen, dass die in den nächsten Tagen zu fällende Entscheidung, jeglicher Logik und rationalem Verstand widersprechen würde. Fortsetzung folgt…

Yul – Die längste Nacht im Sonnenjahr

Erst am späten Morgen wird es nun allmählich hell und die Nacht bricht bereits am Nachmittag wieder über den Tag herein. Die Kräfte der Natur ziehen sich tief in die Dunkelheit der Erde zurück. Auch wir schalten in dieser dunklen Zeit ein bis zwei Gänge im Alltag herunter um wie die Natur zur Ruhe zu kommen. Wir nehmen uns die Zeit und tun uns etwas Gutes das Freude macht und Entspannt. Genüsslich zehren wir von der eingefahren Ernte zu Mabon am warmen Kachelofen in der Stube. Sie ist nun Labsal in dieser dunklen Zeit.

Schamanenfeuer's Yul-Fest

Am 21. Dezember hat nun die Sonne ihren tiefsten Stand erreicht. Das Rad der Sonne scheint an ihrem Wendepunkt des Sonnenjahres still zu stehen. Symbolisch löschen wir alle entfachten Feuer und entzünden im Kreise der Sippe das „Erdfeuer“. Begleitet mit feurigen Trommelrhythmen, mystischen Klängen und Gesägen weisen wir der Sonne während der längsten und dunkelsten Nacht den Weg zurück auf ihre aufsteigende Bahn.

Schamanenfeuer's Yul-Trommeln

Vertrauensvoll säen wir die Saat unserer Projekte, Ideen, Ziele und Träume für das kommende Jahr in den Boden hinein, um zu gegebener Zeit ( zu Imbolc) neu mit den Kräften und den Säften der Natur aus dem Boden spriessen und wachsen zu lassen. Alle Projekte, Ideen, Träume und Ziele welche wir nicht weiter verfolgen wollen, lassen wir durch die starken böigen Westwinde des Dezembers wegfegen.

Wir entzünden mit der Glut des entfachten Erdfeuers die Herde und Öfen in unseren Häusern neu.

Das Feuer ins Haus bringen